Zahnschiene gegen Schnarchen


Wenn Schnarchen einfach nur stört oder, begleitet von Atemaussetzern, im schlimmsten Fall die Gesundheit gefährdet: Hilfe können Betroffene auch in der zahnärztlichen Praxis erhalten. Denn Schnarchen und milde Formen der Schlafapnoe sind unter bestimmten Voraussetzungen mit einer sogenannten Apnoe- oder Protrusionsschiene aus dem Dentallabor behandelbar.

SchnarchenGute Resultate mit einem intraoralen Schnarch-Therapie-Gerät können bei Menschen erzielt werden, die in Rückenlage Atemstörungen haben. „Ferner sollten im Ober- und Unterkiefer ausreichend gesunde Zähne oder gut verankerter Zahnersatz vorhanden sein, um die Apnoe- oder Protrusionsschiene zu befestigen“, verdeutlicht Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. „Darüber hinaus sollte der Patient auf sein Körpergewicht achten und auf Alkoholgenuss am Abend idealerweise verzichtet werden.“

So funktioniert´s

Eine zweiteilig mit speziellen Vorrichtungen miteinander verbundene Zahnschiene aus durchsichtigem Kunststoff, die auf die Zähne selbst aufgesetzt werden kann, wird von den Betroffenen nachts getragen und schiebt den Unterkiefer und damit die Zunge während des Schlafens nach vorn. So wird die schlaffe Muskulatur stabilisiert und es kann über den vergrößerten Rachenraum ausreichend Atemluft ein- und ausströmen, um den Körper mit Sauerstoff gut zu versorgen.

Der fortgebildete Zahnarzt bestimmt in Zusammenarbeit mit einem schlafmedizinischen Facharzt die für den Patienten geeignete Lage der Kiefer und damit die Schiene. Denn ob eine Schiene in Frage kommt, kann erst nach einer sorgfältigen Untersuchung und Beratung entschieden werden. Dazu gehört auch, dass der Zahnarzt den Funktionszustand der Kiefergelenke begutachtet bzw. mögliche Erkrankungen ausschließt. Steht die Wahl der Schiene fest, nimmt der Zahnarzt einen Abdruck des Gebisses und bestimmt die mögliche Lage der Kiefer zueinander. Dieser wird als Vorlage für den Zahntechniker in ein Dentallabor gesandt. Dort wird das Gerät individuell hergestellt und anschließend in der zahnärztlichen Praxis eingepasst. Für den erfolgreichen Verlauf einer Therapie mit einer Apnoe- oder Protrusionsschiene ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Zahnarzt und Zahntechniker mit Schlafmediziner, Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Lungenfacharzt ebenso entscheidend wie die Untersuchung der zahnmedizinischen Voraussetzungen und ein fachkundiges Anpassen der Apparatur in den Mund des Patienten.

Text und Bild: Initiative proDente e. V.







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